Startseite
Über.....................................
Kontakt...............................
Archiv.....................

300 Stunden ist schon eine Menge. Meinst Du und fügst hinzu, bei dir sei es nicht so viel gewesen. Ich korrigiere dich leicht, du seist ja auch 20 jahre jünger gewesen. Damals. Und es seien ja auch nicht 300 sondern nur 270 bewilligt worden. Scheinbar sie die KK auf Spartrip. Trotzdem fühle ich mich irgendwie, auf eine perverse Art und Weise ausgezeichnet. Bekloppter-sein-bonus. An anderer Stelle wirst du mir einmal gesagt haben, ich wirke doch gar nicht so als würde ich es "brauchen". "Wer weiß, vielleicht benötigst du das gar nicht. Ich finde auf jeden Fall, Du wirkst ziemlich normal und scheinst ja auch so ganz gut klarzukommen. Außerdem sind diese ganzen Konzepte eh umstritten." Einmal abgesehen davon, dass die Tatsache, dass wir miteinander schlafen, zu Deinem Befangenheitsbonus hinzuzählt, schätze ich, Du hast recht. Aber dass vielleicht genau das das Problem ist. Sich arrangieren. "Drei Monate sind ja noch eine lange Zeit." meinst Du. Und ich schweige. Nur kurz. Denn ich schweige ja nie lange. Genau wie ich zu Beginn immer nur Zwiebeln schneiden konnte. "Ich weiß nicht. Ich hatte eine Patientin, die hat erst in der 400sten Stunde geweint. Ich sage jetzt nicht, dass es gut oder schlecht ist. Es ist jetzt nur meine Wahrnehmung." Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich es wunderbar geschafft habe, mich immer nur an der Oberfläche langzuhangeln. Klar: Du machst einige Kraftanstrengungen. Tischst einer wildfremden Person Deine "innersten"(?) Themen auf, zumindest die aus Kindheit und so Kram. "Ich erinnere mich daran, dass sie kein Mitleid wollten." Sie erinnert sich vielleicht anders, aber mir ging es in erster Linie darum, wie eigenartig ich es immer finde. Wenn die Tränen die Backen runterlaufen und dennoch kein bisschen Traurigkeit im Herzen ist. Schmerz. Angst. Ja. Aber Traurigkeit wäre mir in ihrer Aussichtslosigkeit dann doch zu beängstigend. Strichliste, die Buchhaltung der Kränkung geht auch im Alleingang. Zu Trauer gehören zwei? Keine Ahnung. Vielleicht liegt es an der Wahrnehmung Wir einigen uns darauf, dass ich vielleicht im Alltag gelernt habe, Verletztsein, Trauer zu überspringen. Sie ist sehr verschnupft. Unser Gespräch wird immer wieder von ihrem anfallsartigen Schneuzen in meinem Rücken unterbrochen. Es scheint so, als würde ich eine Strichliste führen. Von allen Verwerfungen, die mir passieren. Nüchtern. Dann. Wenn ich merke, dass das Maß  voll ist, wenn ich das Gefühl habe, nun zu Recht in einen Oklahoma Schul-Amokläufer mich verwandeln zu können. Tue ich meist auch genau das. Gottseidank nicht allzu oft. Aber wirklich unanstrengend ist das nicht. Hinterher rührt sich dann kein Hälmchen mehr, die Verletzten kriechen aus den Gräben, man selbst liegt wieder wie der schwarze Ritter von Monty Python in der Ecke. Aber Hauptsache durch. Egal. Wirklich unanstrengend ist das wirklich nicht. Noch drei Monate. Ich schätze, wir haben wirklich noch ein paar Dinge zu besprechen. <s>Sie</s> Ich. Und ich.
5.1.09 22:21


Werbung


Lektionen

in Demut.

(ich atme ein. ich atme aus).

27.1.09 16:35


Gratis bloggen bei
myblog.de