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Zu wenig wissen. Immer zu wenig wissen. Sie können schlecht mit Ungewissheit umgehen, oder?

Ich weiß nicht, ob es meiner Eitelkeit entspricht, aber wenn ich einen Fortschritt bei dem ganzen gemacht habe, dann ist es sicherlich die Erkenntnis, dass da diese Verhärtung ist. Vor langer Zeit einmal mit einem Weichei ausgegangen. Wir hatten uns in einem (peinlichpeinlich) Flirtforum kennengelernt in dem ich - wie alle anderen ja auch, denn wer gibt denn schon zu, dass er sich bewusst und sehenden auges in so einem mist anmeldet - kennengelernt. Zwei jahre funkstille. Wahrscheinlich war es verzweiflung oder einfach Neugierde, die uns letztendlich doch zum Treffen veranlasste. Bei diversen Telefonaten hatte sich herausgestellt, dass ich exakt dasselbe Sternzeichen (inkl. Aszendent und Geburtstag) wie seine Ex hatte. Und ich war halt einfach neugierig. Letztendlich stellte es sich (wie auch sonst) als ein Schuss in den Ofen raus. Das, was sich als George Clooney (ich habe mir wirklich nur mit ihm wegen meinem Astrozwilling getroffen, schwöre, ich finde den Spast aus ER eh blöd) beschrieben hatte, trug also ein zu dünnes Polyesterhemd, das sich billig gestreift um seinen hageren Adamsapfel spannte, als erstes als wir uns hinsetzten guckte er nicht nur nach einer anderen Frau, sondern nach einer *bescheuerten anderen Frau (Typ Vamp oder in irgendeiner Weise besonders hätte ich ja noch verstanden, aber sie war einfach nur *weiblich. Ich meine, dieses doofenweibchenmäßige. Mäßig in jeder Hinsicht. Geblümtes Top, sauerkrautartige Haare, aber hauptsache rausgewachsene Dauerwelle. Lieb und nett eben). Er erzählte mir dann von seiner Mutter, und noch jemandem, weiß nicht mehr genau was. Man merkte die Verletzung, er sagte halt hilflos 'Steinbock, eiskalt. Stur, so stur. Du kommst echt nicht an sie ran. Und Skorpion, so fiese kalte Augen." Ich machte die Augen schmal und versuchte, mir meinen Ekel nicht anmerken zu lassen. Seine emotionale Bedürftigkeit, Weicheigejammer ging mir auf den Geist. Er hingegen, Waage, starrte mich entgeistert an, als ich eine Kamera aus der Gürteltasche zog (ist dies eine Handytasche und ich so "Nein, außerdem scheißegal, wenn es so wäre, ich vergess sowas halt immer überall." Und er ging dann dazu über, von einer Freundin zu berichten, die sich für Prada Schuhe oder etwas ähnliches prostituierte, keine Ahnung. Alles in allem, kam ich zu dem Schluss, dass er ein bescheuertes kleines Weichei war. Sein Gejammere über den Geldmangel, ohne Anstalten zu machen, etwas dran zu ändern, die dandyhafte Attitüde. Alles ekelte mich nur noch an. Im Nachhinein aber, und das viele Jahre später, drüber nachgedacht, was mir diese Begegnung wohl sagen wollte. Im Nacchhinein gemerkt, dass dieser Ekel vielleicht gerade deswegen war. Weil dieses kleine Männeken, trotz aller Unzulänglichkeiten, sicherlich den Finger auf eine Wunde gelegt hat, die bei mir seit langem, sehr langem, zugeschorft ist. I have little tolerance und Geduld für so ne Flitschpiepen. Andererseits. Besser wäre vielleicht manchmal einfach nur ein kleines bisschen Verständnis, etwas weniger im Eigenen Nikongürteltaschenuniversum gefangen zu sein. Und die Augen manchmal etwas weniger giftig und klein zu machen. Man muss ja nicht gleich zum jammernden Waschlappen werden. Menschlichkeit eben, dann klappt's auch <s>mit dem Nachbarn</s> mit sich selbst. Ist vielleicht das, was ich in all den Jahren bei ihr - wenngleich nicht gelernt - so doch annähernderweise am Horizont abzeichnet.

12.7.07 17:25


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Immer wieder runtersinken müssen. Rabsinken, langsam auf den Boden, wo die Geräusche, Licht, Bewegungen, langsamer werden. Halbdunkel und nur ganz entfernt noch die Welt oben. Annehmen. dass es danach irgendwann weitergeht, irgendwann, wenn du ganz klein  und bescheiden geworden bist. So, als würde dir ständig jemand in vollem Lauf einen Knüppel zwischen die Beine werfen und dich innerlich anschreiben: DENK DOCH MAL NACH. Den Schrei endlich hören. Hinabsinken. Ruhig werden, ohne die Wände hochzugehen. Erden. Das irgendwann akzeptieren können. Das wäre zumindest schon einmal ein Anfang für den natürlichen Rythmus.

24.7.07 09:02


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